Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Ernährung von großer Bedeutung, da sie sich auf die Entwicklung und Gesundheit des Kindes auswirkt. Daher sollten Schwangere während dieser besonderen Lebensphasen auf die ausreichende Zufuhr der kritischen Nährstoffe achten und ggf. angereicherte Lebensmittel oder Nährstoffpräparate verwenden. Basis sollte immer eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sein.

Wichtige Nährstoffe während der Schwangerschaft
Zu den kritischen Nährstoffen während der Schwangerschaft gehört vor allem die Folsäure. Die medizinischen Fachgesellschaften empfehlen zusätzlich zu einer folsäurereichen Ernährung täglich 400 µg Folsäure zur Prophylaxe von Entwicklungsstörungen von Rückenmark und Gehirn (medizinisch: Neuralrohrdefekte) einzunehmen. Denn ein niedriger Folsäurespiegel ist ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim heranwachsenden Fötus. Folsäure hat eine Funktion bei der Zellteilung und trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei. Neben Folsäure hat auch Vitamin D eine Funktion bei der Zellteilung. Die zusätzliche Zufuhr von 100-150 µg Jod in Form von Supplementen ist gängige Praxis, da der Bedarf erhöht und Jod ebenfalls ein „kritischer“ Nährstoff ist. Jod ist u.a. wichtig für eine normale kognitive Funktion.

Des Weiteren ist Magnesium während der Schwangerschaft besonders wichtig, da aufgrund des veränderten Stoffwechsels dieser Mineralstoff vermehrt über den Urin ausgeschieden wird. Zusätzlich ist der Bedarf an Magnesium erhöht, da für die Entwicklung und das Wachstum des Kindes ebenfalls Magnesium notwendig ist. Erste Anzeichen dafür, dass eine Schwangere oder Stillende nicht ausreichend mit Magnesium versorgt ist, können Wadenkrämpfe und auch das „Hartwerden des Bauches“ sein. Entgegen häufig anders lautender Meinungen kann (und sollte) Magnesium die gesamte Schwangerschaft über eingenommen werden, also bis zur Geburt. Die Einnahme von Magnesium hat keinen negativen Einfluss auf die normalen Geburtswehen. Die Behandlung eines Magnesiummangels kann sogar vorzeitige Wehen vermeiden helfen.

Während der Schwangerschaft erhöht sich das Blutvolumen um 40 % und es müssen mehr rote Blutkörperchen gebildet werden. Da der Körper hierfür Eisen benötigt, ist der Eisenbedarf auf das Doppelte erhöht. Besonders bei Frauen, deren Eisenspeicher schon vor der Schwangerschaft erschöpft waren, ist die Entstehung einer Blutarmut bzw. eines Eisenmangels während der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich. Das Nahrungseisen reicht oft nicht aus, um die Empfehlung von täglich 30 mg zu erreichen, weshalb sinnvoll dosierte Nahrungsergänzungsmittel die tägliche Ernährung unterstützen können. Daher sollte der Eisenspiegel regelmäßig kontrolliert werden und auf Eisenmangelsymptome geachtet werden. Bei Blutarmut bzw. Eisenmangelanämie ist eine ärztliche Therapie erforderlich.

Falls Ihr Arzt bei Ihnen einen Eisenmangel diagnostiziert und Ihnen hochdosierte Eisenarzneimittel empfohlen werden, achten Sie darauf, dass bei hohen Eisengaben ein zeitlicher Abstand zu Magnesium eingehalten werden sollte. Die einzige Ausnahme stellt Eisen(II)-gluconat und Magnesiumaspartat-hydrochlorid dar. Studien konnten zeigen, dass diese Verbindungen die gegenseitige Aufnahme nicht behindern und somit ein zeitlicher Abstand nicht notwendig ist.

Wenn sich während der Schwangerschaft Abneigungen gegen verschiedene Speisen entwickeln, dann sollten sich Schwangere generell nicht zwingen diese trotzdem zu verzehren. Wenn es sich dabei aber um wertvolle und wichtige Nahrungsmittel handelt (z.B. Milch- und Vollkornprodukte), können entweder die Geschmacksnerven überwunden oder entsprechende Präparate eingenommen werden.

Soll in der Stillzeit auch auf bestimmte Nährstoffe geachtet werden?
Ja, definitiv. Denn die Muttermilch versorgt das Kind optimal mit allen notwendigen Nährstoffen, jedoch müssen die Nährstoffe auch ausreichend zugeführt werden, damit die Speicher der Mutter nicht geleert werden und sie dann einen Mangel entwickelt.

Jod zählt auch während der Stillzeit zu den kritischen Nährstoffen, denn Jod ist u.a. wichtig für eine normale geistige Leistung und für Denkprozesse. Auch für Eisen ist der Bedarf weiterhin erhöht. Daher sollte täglich 20 mg Eisen mit der Nahrung zugeführt werden oder ggf. die Nahrung mit sinnvoll dosierten Präparaten ergänzt werden.
Der Magnesiumbedarf ist in der Stillzeit noch höher als während der Schwangerschaft, da die Mutter mit 750 ml Milch ca. 24 mg Magnesium an das Kind abgibt. Um dies wieder auszugleichen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung täglich 390 mg Magnesium (statt 300 mg) zuzuführen. Auch hier kann eine Magnesiumergänzung in Form von sinnvoll dosierten Präparaten sehr nützlich sein.