Melisse

Die Melisse (lat. Melissa officinalis) stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet bzw. Vorderasien. Der Name leitet sich aus dem griechischen Wort „Melitta“ ab, was Honigbiene bedeutet, denn früher wurden vor Bienenhäusern oft Melissen gepflanzt. Bienen sammelten den Blütennektar und stellten den wertvollen Melissenblütenhonig her. Die Pflanze wird wegen des charakteristischen Duftes auch Zitronenmelisse genannt. Foto: Verla-Pharm

Eine bewährte Heilpflanze

Die Melisse ist eine der ältesten Heilpflanzen, die schon vor ca. 2000 Jahren entweder als Tee zur Behandlung von Migräne, krampfhaftem Erbrechen, leichtem Darmkatarrh, Nervenschwäche oder in Form von Umschlägen mit dem zerquetschten, frischen Kraut bei Geschwüren, Quetschungen oder schlecht heilenden Wunden eingesetzt wurde. Im frühen Mittelalter brachten Benediktinermönche die Melisse in ihre Klostergärten und verwendeten sie als Heil- und Gewürzkraut. Eine besondere Bedeutung hatte die Heilpflanze für Hildegard von Bingen, die der Melisse die Kraft von 15 anderen Kräutern zuschrieb. Selbst Paracelsus schätzte die Melisse als Heilpflanze, die er als „das beste Kräutlein für das Herz“ bezeichnete. Und auch heute besitzt die Melisse einen hohen medizinischen Stellenwert. In pflanzlichen Arzneimitteln wird Melissenblätter-Extrakt unter anderem bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. 2006 wurde die Melisse zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Das traditionelle Wissen um die Heilkraft der Melisse ist gerade heutzutage im Zeitalter der Schnelllebigkeit und Alltagshektik wertvoller denn je. Ständiger Leistungsdruck, Stress, Ärger und Aufregung im täglichen Leben führen oft dazu, dass die Nerven von Magen und Darm empfindlich reagieren. Die Folgen davon sind unangenehme und lästige Beschwerden wie Aufstoßen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Übelkeit, Magendruck, Stuhlunregelmäßigkeiten wie Verstopfung oder Durchfall, Blähungen, Krämpfe oder Bauchschmerzen. Diese wohl allen bekannten Symptome sind typisch für einen „Reizmagen“ oder „Reizdarm“. Diese so genannten funktionellen Magen-Darm-Beschwerden - damit sind Magen-Darm-Probleme ohne erkennbare organische Ursache gemeint - können durch die Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln mit Melisse als Wirkstoff gelindert werden. Bei leichteren Beschwerden kann unter Umständen auch ein Tee aus Melisse helfen.
Die Wirkung der Melisse geht dabei auf ätherische Öle und Gerbstoffe zurück, die in den Blättern der Pflanze enthalten sind. Zur medizinischen Anwendung bei diffusen Magen-Darm-Beschwerden in Arzneimitteln kommt daher ein Melissenblätter-Extrakt, der diese wirksamen Substanzen in hoch konzentrierter Form enthält. Solche Präparate helfen auf natürliche Weise, die überreizte Verdauung bzw. die nervöse Reizüberflutung in ruhige Bahnen zu lenken, beruhigen das vegetative Nervensystem im Bereich des Verdauungstraktes, normalisieren die Verdauung und wirken beruhigend und krampflösend, so dass die Beschwerden nachlassen. Zudem wirkt Melisse entblähend und antibakteriell.

Fragen Sie bei vorliegenden Beschwerden Ihren Arzt oder Ihre Apotheke für eine individuelle und kompetente Beratung.