Folsäure

Folsäure – die Mimose unter den Vitaminen

Die Folsäure, auch Folat genannt, ist ein hitze- und lichtempfindliches Vitamin, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und wurde 1941 in Spinatblättern entdeckt. Der Name geht auf das lateinische Wort folium (das Blatt) zurück. Vor allem grüne Pflanzenblätter sind meist reich an Folat. Aufgrund der Empfindlichkeit gegen Licht, Luft und Hitze wird die Folsäure auch als die „Mimose“ unter den Vitaminen bezeichnet, denn durch die Lebensmittelzubereitung kann bis zu 90 % des ursprünglich in den Nahrungsmitteln enthaltenen Folats verloren gehen. So wird auch klar, dass ein Folatmangel auch aufgrund ungünstiger Speisezubereitung mit längeren Erhitz- und Warmhalteprozessen entstehen kann. Neben einer unzureichenden Folatzufuhr (zu wenig Gemüsekonsum, einseitige Diäten) können auch Blutverluste, Alkoholkonsum und bestimmte Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa), die den Übergang vom Darm ins Blut beeinträchtigen, Mangelzustände hervorrufen. Des Weiteren können eine Reihe von Arzneimitteln Folatmangel verursachen, z.B. Methotrexat, Trimethoprim, Sulfasalazin, Barbiturate, Phenytoin, Primidon, Carbamazepin, Valproinsäure und hormonale Kontrazeptiva („Pille“).

 

Ein Mangel kann sich unter anderem in Blutarmut (Anämie), Schleimhautveränderungen oder psychischen Störungen äußern. Die nationale Folatversorgung liegt deutlich unter den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), da im Allgemeinen zu wenig folatreiches Gemüse verzehrt wird. Daher sollte auf folgende Quellen für Folat geachtet werden: z.B. Spinat, Broccoli, Spargel, Lauch, Erdbeeren, Vollkornprodukte, Nüsse, Weichkäse, Ei, Leber und Nieren. Denn Folat wird unter anderem für die Regeneration und den Aufbau von Körperzellen benötigt.

Schwangerschaft und Folsäure

Insbesondere während der Schwangerschaft hat Folsäure (bzw. Folat) eine wichtige Bedeutung für die gesunde Entwicklung des Ungeborenen. Da der Folatbedarf in dieser Zeit stark erhöht ist, wird Schwangeren empfohlen, Folsäure einzunehmen. Idealerweise sollte die Einnahme bereits vor einer Schwangerschaft begonnen werden, da der Folatbedarf in den ersten Schwangerschaftswochen am höchsten ist und in dieser Zeit eine Schwangerschaft häufig noch nicht bemerkt wird. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich daher von ihrem Arzt oder ihrer Apotheke beraten lassen.